Gute Nacht, Horw.

Es ist ein herrlich warmer Abend im Sommer 2020. Auf dem Schulhausplatz mitten in Horw spielen ein paar Kinder «Fangis». Teenager stehen in Grüppchen auf dem Marktplatz zusammen und quatschen wild durcheinander. Auf einer Bank prostet sich ein Pärchen mit einem kühlen Bier zu. Und während die Dämmerung über die Stadt hereinbricht, fängt Horw erst richtig an zu strahlen.

Die Luzerner Gemeinde Horw, am Ufer des Vierwaldstättersees und am Fusse des Pilatus gelegen, ist ein idyllisches Plätzchen Erde. Während die kleine Stadt noch bis vor einigen Jahren ein eher unscheinbares Dasein pflegte, ist sie nun zweifellos aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Heute zählt Horw zu den Ortschaften der Region, die sich am stärksten entwickeln. Direkt an der Grenze zu Luzern ist so ein neuer Stadtteil entstanden, der Tausende von Wohnungen und Arbeitsplätzen bietet. Und der Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen.

Wir wollten das Licht genau dorthin bringen, wo es benötigt wird.

Zentrum gezielt erhellen

Im Zuge dieser Entwicklungen sollte für das Ortszentrum ein ganzheitliches Freiraumkonzept erarbeitet werden. Die Gemeinde beauftragte dafür den Landschaftsarchitekten Peter Hüsler, Mitinhaber der Landformen AG in Luzern. Dieser stellte fest: An verschiedenen Orten mitten in Horw war es abends schlichtweg zu dunkel. Gefragt war also ein Beleuchtungskonzept, das dem «neuen Horw» gerecht wird. Für die Umsetzung arbeiteten Peter Hüsler und sein Team intensiv mit Neuco zusammen. «Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als ich erstmals die detaillierten Pläne in den Händen hielt», erzählt Gregor Keist, Lichtberater bei Neuco. «Der Mangel an Licht war offensichtlich und beinahe erschreckend.» Gemeinsam mit den Landschaftsarchitekten wurde daraufhin auf Basis von eingehenden Analysen ein stimmiges Gesamtkonzept entwickelt. «Unser Ziel war es nicht, das Ortszentrum einfach möglichst hell zu beleuchten. Vielmehr wollten wir mit wenigen, gezielt eingesetzten Lichtwerkzeugen das Licht genau dorthin bringen, wo es benötigt wird, und zugleich eine gewisse Spannung kreieren.»

Der Pavillon auf dem Marktplatz scheint im Licht der effizienten Kompakttiefstrahler beinahe zu schweben

Minimale Lichtverschmutzung, maximale Effizienz

Um eine blendfreie Lichtführung zu ermöglichen, setzte man in erster Linie auf bis zu zwölf Meter hohe Lichtmaste mit mehreren Scheinwerfern. Mit einer durchdachten Platzierung jedes Scheinwerfers wird verhindert, dass Licht auf vertikale Flächen von Wohngebäuden fällt – «ein kritischer und entscheidender Punkt in einem so dicht bebauten Ortszentrum», sagt Gregor Keist. «Insgesamt ist es uns gelungen, mit unserer Lichtlösung die Lichtverschmutzung auf ein Minimum zu reduzieren und eine extrem hohe Energieeffizienz zu erzielen. Dazu trägt auch die Nachtabsenkung bei – in gewissen Zonen dimmen die Leuchten nachts automatisch auf 50 Prozent runter. Das spart nicht nur Energie, sondern verlängert auch ihre Lebensdauer massgeblich.»

Bis zu zwölf Meter hohe Lichtmaste mit mehreren Scheinwerfern ermöglichen eine blendfreie Lichtführung
Das Resultat wird von der Bevölkerung und der Gemeinde sehr geschätzt.

Horw wächst, das Projekt auch

Ursprünglich umfasste der Auftrag der Gemeinde die Beleuchtung einzelner Plätze im Zentrum von Horw. Über die Jahre hinweg entwickelte sich Horw stetig weiter – und das Projekt wuchs mit. Für die neuen Wohnquartiere wurden neue Zufahrtsstrassen und -wege gebaut, die beleuchtet werden mussten. Auch den Fussweg entlang des Dorfbaches, den Bahnhofplatz sowie die Fussgängerunterführung integrierte man in das Beleuchtungskonzept. «An vielen Stellen verwenden wir die Mast-Aufsatzleuchten, die bereits Teil des Ursprungsprojekts waren – für ein harmonisches Bild. Wir variieren jedoch mit Masthöhen von vier bis zwölf Metern sowie mit der Lichtverteilung der verschiedenen Leuchten», erklärt der Lichtexperte. «Beim Pavillon auf dem Marktplatz sind ausserdem effiziente Kompakttiefstrahler im Einsatz. Die Allmendstrasse, die Haupterschliessung des neusten Wohnquartiers, wird mittels Seilspannleuchten in zehn Metern Höhe beleuchtet.» Für die Planung und Umsetzung sämtlicher Lichtlösungen arbeitet Neuco eng mit Marcel Sigrist, Projektleiter bei der Landformen AG in Luzern, zusammen. Verantwortlich für die Ausführung ist die CKW (Centralschweizerische Kraftwerke AG) in Horw.

Neues Leben zieht ein

Die Gemeinde Horw sei begeistert vom Ergebnis und von der Aufwertung der Stadt, weiss Gregor Keist. «Im vergangenen Sommer konnte man beobachten, wie sehr die Bevölkerung die erneuerten öffentlichen Plätze im Freien schätzt. An lauen Sommerabenden war das Zentrum richtig belebt. Das ist doch der schönste Beweis dafür, dass wir mit unserem Einsatz viel bewirken können.» Sein persönliches Projekt-Highlight sei aber der Event im Rahmen der Neuco-Roadshow im Februar 2020 gewesen, der genau hier stattfand. Gregor Keist erzählt: «Peter Hüsler stellte das Grossprojekt bei einem gemeinsamen Spaziergang durch das Ortszentrum den Gästen vor. Anschliessend klang der Anlass bei einem feinen Essen und anregenden Gesprächen aus. Die Tatsache, dass nur einen Monat später der erste Lockdown folgte, macht diesen Abend rückblickend für mich zu einem besonderen Erlebnis.»

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